Was ist Sonderabfall? - Die Definition sowie weitere gebräuchliche Begriffe

Der Begriff Sonderabfall bezeichnet vor allem Abfälle, bei denen durch ihre Menge oder ihre Beschaffenheit eine Gefährdung für Mensch oder Umwelt ausgeht. Auch Explosivität, Brennbarkeit und Sterilität spielen eine Rolle. Im deutschen „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen“ wird der Begriff „Gefährliche Abfälle“ benutzt, wie auch von der EU. Diese hat das „Europäische Abfallverzeichnis“ eingeführt; dort werden 405 von 839 Abfallarten als gefährlich bezeichnet. Allerdings unterscheiden sich auch von Bundesland zu Bundesland die Regelungen und Bezeichnungen etwas.

Die verschiedenen Arten von Sonderabfall und der Umgang mit ihnen

Sondermüll und GefahrgutGefährliche Abfälle fallen in vielen Industriezweigen in größeren Mengen an. Beispielsweise sind Laugen, Säuren, Altöl, Lacke und Pestizide so kategorisiert, aber auch Reinigungsmittel, Medikamente, Akkus, Energiesparlampen und Druckerpatronen. Hier wird deutlich, dass Sonderabfall auch in Privathaushalten und Kleinunternehmen alltäglich ist. Problematischerweise wird er dort oft im Hausmüll entsorgt, was der Umwelt in einem hohen Maße schadet. Stattdessen sollten die Möglichkeiten zur gesonderten Sonderabfallentsorgung genutzt werden. Die kommunalen Entsorgungsunternehmen führen hier etwa oft Kleinmengensammlungen durch. Die häufigsten Kategorien des Sonderabfalls werden allerdings zumeist standardisiert und zweckgebunden entsorgt. So sind für Altbatterien etwa die Elektronik- und Supermärkte, für abgelaufene Medikamente die Apotheken und für Altöl die Verkaufsstellen von Motoröl vorgesehen. Über den regionalen Werkstoff- oder Bauhof können gefährliche Abfälle ebenfalls oft entsorgt werden.

Weitere Informationen können bei dem zuständigen Entsorgungsunternehmen eingeholt werden. Ab einer bestimmten, von Ort zu Ort unterschiedlichen Menge muss Sondermüll jedoch direkt zum Entsorger gebracht werden. Dies betrifft meist Industrieunternehmen ab einer gewissen Größe. Die Preise sind je nach Abfallart unterschiedlich, die Entsorgung von Batterien und Leuchtstoffröhren ist aufgrund ihres Recyclingpotentials oft kostenlos. Auch von der Industrie werden gefährliche Substanzen häufig teils absichtlich, teils aber auch unbewusst falsch entsorgt. Hier ist es ratsam, den Müll sorgfältig zu trennen und bei Unklarheiten die zuständigen Entsorgungsunternehmen zu befragen. Ansonsten können sowohl die Folgen für die Umwelt und den Menschen als auch die Strafen gewaltig sein – vom Imageschaden ganz abgesehen. Da die Preise für die Entsorgung meistens human sind, sollte hier also kein Risiko eingegangen werden.